Ausrüstung

Es gibt viele Möglichkeiten, Amateurfunk zu betreiben, etwa von zuhause oder von unterwegs. Entsprechend vielfältig sind auch die verwendeten Geräte und Antennen, was natürlich auch mit den Verhältnissen vor Ort und dem Geldbeutel zusammenhängt. Hier einige Tipps für den Anfang.

Was man zum Funken braucht

Die meisten Amateure funken von zuhause. Sie haben sich ein Zimmer oder wenigstens eine Zimmerecke zur Funkbude („Shack“) ausgebaut und ihr Dach mit Antennen verziert. Manche dieser „Zuhause“ freilich sind ungewöhnlich. So gibt es etwa Amateurfunk von der Internationalen Raumstation ISS: Die meisten Astronauten besitzen eine Amateurfunklizenz. Auch auf den Antarktis-Forschungsstationen und vielen Forschungsschiffen arbeiten Funkamateure, die neben ihrer eigentlichen Tätigkeit ihrem Hobby frönen.

Arbeitsplatz

Zu Fuß, im Auto, im Boot

Dank moderner Technik gibt es auch tragbare Funkgeräte, mit denen man im Spazierengehen oder nach dem Kraxeln auf einen hohen Berg funken kann. Solche Stationen hängen an ihr Rufzeichen ein „p“ für „portabel“ an.

Andere funken mit Geräten, die sie ins Auto (wahlweise auch aufs Fahrrad oder Segelboot) eingebaut haben. Sie sind „mobil“ und kennzeichnen das im Rufzeichen mit einem angehängten „m“. Einige Amateure sind sogar auf hoher See unterwegs, in kleinen Segelschiffen oder großen Pötten; sie sind „maritime mobil“ („mm“).

SOTA

Eine Station, die von einem Berggipfel aus funkt, hier vom 3281 Meter hohen „Roten Knopf“ in Österreich. Der spezielle Wettbewerb für solche Stationen heißt „Summit on the air“ (SOTA).

Geräteausstattung

Jahrzehntelang war Selbstbau oder wenigstens Umbau kommerzieller Geräte die einzige Möglichkeit für Funkamateure. So fand man in den Funkbuden zum Beispiel ausgemusterte Wehrmachts- oder Taxifunkgeräte, umgearbeitet für den Amateurfunk. Heute ist der Einstieg ins Funken weit einfacher geworden. Denn eine Reihe von Firmen bieten Geräte an, die speziell für den Amateurfunk entwickelt wurden und deren Komplexität die Bau- und Messmöglichkeiten eines normalen Amateurs weit übersteigt. In Amateurfunkzeitschriften wie etwa der CQ-DL oder „Der Funkamateur“ werden solche Geräte nicht nur beworben, es werden auch regelmäßig Tests solcher Geräte veröffentlicht, vorgenommen von fachkundigen Amateuren.

Firmen für Amateurfunkgeräte und -antennen sowie Zubehör findet man auch im Internet, wenn man „Amateurfunk“ bei Google eingibt. Vielfach werden diese Firmen von Funkamateuren betrieben und bieten daher fachkundige Beratung.

Die Preislagen sind recht unterschiedlich. Brauchbare Geräte für UKW (also 2 Meter und/oder 70 Zentimeter Wellenlänge) sind für einige hundert Euro zu bekommen. Für ein gutes Kurzwellengerät muss man etwa 1300 Euro rechnen, sehr gut ausgestattete Geräte können aber auch mehrere tausend Euro kosten.

Preiswerter sind Gebrauchtgeräte. So mancher Funkamateur möchte gern immer das Neueste besitzen und gibt dann ein etwas älteres Gerät günstig an Newcomer ab, obwohl es noch in sehr gutem Zustand ist. In Amateurfunkzeitschriften und auf Amateurfunkmessen und -flohmärkten kann man hier oft Schnäppchen machen.

Bei manchen Geräten ist zusätzlich ein Netzteil nötig, das das Gerät mit Strom versorgt. Vor allem gilt das, wenn man eigentlich für den Mobilbetrieb bestimmte Geräte zuhause betreibt. Im Auto dagegen werden sie von der Autobatterie versorgt; sie sind auf deren Spannung von etwa 12 Volt ausgelegt. Für tragbare Geräte mit Akku braucht man ein Ladegerät, das meist mitgeliefert wird.

Mikrofon und Lautsprecher sind oft im Lieferumfang enthalten bzw. eingebaut, eine Morsetaste dagegen nicht. Ebenso müssen oft Kabel zum Anschluss an einen Computer zusätzlich (und zum Gerät passend) erworben werden.

Grundsätzlich sollte man sich von einem erfahrenen Funkamateur beraten lassen. Er weiß, was man wirklich braucht und wo man es bekommt.

Yaesu

Funkgerät für Kurzwelle und UKW. Man kann es zuhause oder  im Auto betreiben.

Mobilgerät

Kleines Mobilgerät für UKW, ausgestattet für 2 m und 70 cm.

QJ-PS30SWI

Netzgerät für 12 Volt. Damit lassen sich Mobilgeräte zuhause betreiben.

Wichtig: Gute Antennen

Fachkundige Beratung ist hilfreich – das gilt erst recht für die Antennen. Denn es gibt sie in hunderten unterschiedlichen Ausführungen.

Vor allem muss die Antenne zur Wellenlänge passen, mit der man senden und empfangen will. Zudem muss man den vorhandenen Platz und die Befestigungsmöglichkeiten berücksichtigen – zumal die Antennen nicht zu nahe ans Nachbargrundstück gebaut werden dürfen. Außerdem muss man auf mechanische Festigkeit achten, etwa die bei Sturm auftretende hohe Windlast. Und nicht zuletzt ist guter Blitzschutz unabdingbar.

Für Kurzwellen nutzt man am einfachsten Drahtantennen. Es gibt solche für jeweils ein Amateurband sowie Modelle, die auf allen oder zumindest mehreren Kurzwellenbändern betrieben werden können.

Bessere Sende- und Empfangseigenschaften zumal für die höheren Kurzwellenbänder (etwa ab 20 m) sind Richtantennen. Sie bestehen aus mehreren Elementen in Form von Aluminium-Stangen bestimmter Länge und senden und empfangen bevorzugt in einer bestimmten Richtung. Das bedingt freilich, dass man sie in Richtung der Gegenstation drehen muss. Dafür gibt es „Rotoren“ mit eingebautem Motor und Getriebe, die man von der Funkbude aus mit einem Steuergerät fernbedienen kann. Manche werden auf hohen Masten installiert, viele Funker aber können sie nur auf ihr Hausdach montieren.

Für UKW nutzt man in aller Regel Richtantennen, sogenannte Yagi-Antennen, ebenfalls mit Rotor. Es gibt aber auch lange,  senkrecht aufgestellte Stabantennen, die in alle Richtungen gleichmäßig arbeiten.

Besonders hohe Frequenzen bzw. sehr kurze Wellenlängen benutzen Hohlspiegel als Antennen, ähnlich den Satellitenspiegeln für den Fernsehempfang.

Antenne auf Dach

Drahtantennen: mehrere „Dipole“ für jeweils ein Kurzwellenband.

Antenne auf Mast

Ein „Beam“, also eine Richtantenne für mehrere Kurzwellenbänder auf einem Mast.

Antenne auf Dach

Richtantenne auf einem kleinen Mast auf dem Hausdach. Man erkennt den Rotor.

Magnetantenne

Eine „Magnetantenne“, eine Spezialform einer Kurzwellenantenne.

Stabantenne

Yagi-Antennen für 2 m und 70 cm, darüber eine UKW-Rundstrahlantenne.

Verbunden werden Funkgerät und Antennen mit Spezialkabeln, in der Regel sogenannten Koaxialkabeln, sowie speziellen Steckverbindungen.

KoaxialkabelEin guter Lötkolben und Lötkenntnisse sind beim Antennenbau unumgänglich, denn man muss die Stecker zuverlässig an den Zuführungskabeln befestigen.

Antennen und Kabel sind Wind und Wetter ausgesetzt. Wasser kann in Stecker eindringen, es können Teile im Sturm abbrechen oder Verbindungen mit der Zeit korrodieren. Daher ist es nötig, ihre Funktionsfähigkeit zu überwachen. Zu diesem Zweck setzt man in die Zuleitungen jeweils ein „Stehwellen-Messgerät“, das die ausgesandte Leistung und etwaige Probleme anzeigt. Etwas höherwertige Messgeräte („Antennen-Analyzer“) geben auch Auskunft über die elektrischen Eigenschaften der Antenne, etwa ob der Draht für eine bestimmte Frequenz zu lang oder zu kurz ist.

 

Stehwellengerät

Stehwellenmessgerät zum Überwachen von Antenne und ausgesandter Sendeleistung.

Antennenumschalter

Schalter, um verschiedene Antennen aufs Funkgerät zu schalten.

Netzwerk-Analysator

Netzwerkanalysator zum elektrischen Vermessen von Antennenanlagen.

Immer noch möglich: Selbstbau

Manche Amateure bauen auch heute noch Geräte selbst. Insbesondere Empfänger und Sender für reinen Morsebetrieb lassen sich durchaus selbst zusammenbauen. Es werden zudem Bausätze angeboten, die alle nötigen Bauteile enthalten  und so die Mühe des Zusammensuchens ersparen. Man muss die Teile nur noch nach Anleitung auf die mitgelieferte Platine löten. Zur Ausstattung eines Funkamateurs zählen daher auch eine gute Elektronik-Lötstation, diverse elektronische Messgeräte und eine Auswahl von Elektronik-Bauteilen für Reparaturen.

Manches dieser Ausstattung kann man sich selbst bauen, etwa Netzteile zur Stromversorgung oder bestimmte Prüfgeräte. Anderes kann man auch aus zweiter Hand vom Flohmarkt oder von Messen bekommen.

Nützliche Bezugsadressen
und Links

Der DARC-Verlag (darcverlag.de) liefert Bücher, Bausätze, Kleingeräte, Werkzeuge, Morsekurse und Hilfsmittel wie Rufzeichenschilder und spezielle Landkarten.

Über den Verlag der Zeitschrift „Der Funkamateur“ kann man ebenfalls Bauteile, Geräte, Werkzeuge, Antennen, Bücher und nicht zuletzt QSL-Karten online bestellen (box73.de).

Funkgeräte und Zubehör liefern unter anderem folgende Firmen, die zum Teil auch Ladengeschäfte haben:

WIMO (Herxheim): wimo.de

DIFONA (Heusenstamm): difona.de

FUNKTECHNIK DATHE (Bad Lausick): funktechnik-dathe.de

FUNKSHOP.COM (Erkrath): funkshop.com

FUNKTECHNIK-BIELEFELD (Bielefeld): funktechnik-bielefeld.de

CONRAD (Hirschau): conrad.de

FUNK-KELLER WEISSACH (Weissach): funkkeller-weissach.de

LUTZ-ELECTRONICS (Grindel/Schweiz): lutz-electronics.ch

Es lohnt sich, die Internet-Seiten dieser Firmen zu besuchen und die Angebote zu vergleichen. Vielfach bekommst Du dort auch gute Tipps. Weitere Angebote, auch für Gebrauchtgeräte,  findest Du in den Anzeigenseiten der CQ-DL und des „Funkamateurs“.

Bücher und Zeitschriften

In der Bibliothek eines Funkamateurs findet man natürlich diverse Werke über Hochfrequenztechnik, Funkbetrieb und Elektronik, die man ja schon für den Lizenzerwerb braucht. Wichtig sind darüber hinaus Handbücher, die Auskunft geben etwa über Landeskenner der Funkstationen, Bedingungen für die diversen Wettbewerbe, technische und elektronische Daten von Bauteilen usw. Manche erscheinen jährlich neu; diese Jahrbücher sind also besonders aktuell.

Noch aktuellere Informationen über Ausbreitungsbedingungen, Wettbewerbe, neue Geräte, Gesetzesänderungen, technische Lösungen usw. findet man in Zeitschriften. Mitglieder des DARC bekommen automatisch monatlich die Clubzeitschrift CQ-DL. Lesenswert ist auch die Zeitschrift „Der Funkamateur“  (funkamateur.de).

Es lohnt sich, die Internet-Seiten dieser Firmen zu besuchen und die Angebote zu vergleichen. Vielfach bekommst Du dort auch gute Tipps. Weitere Angebote, auch für Gebrauchtgeräte,  findest Du in den Anzeigenseiten der CQ-DL und des „Funkamateurs“.

Falls Du nicht im Bereich von MOSFEC wohnst: Den nächsten Ortsverband des DARC…

…findest Du am besten beim DARC unter darc.de/distrikte. Von dessen Internet-Auftritt erfährst Du auch Zeit und Ort der monatlichen Treffen und die Aktivitäten des Verbands. Das ist wichtig, nicht nur wegen der Entfernungen zum Treffpunkt: Nicht jeder Verband ist in gleichem Maße aktiv. Manche heben sich durch regelmäßige Fielddays, gute Jugendarbeit, Teilnahme an Wettbewerben und eventuell eine eigene Clubstation von anderen ab. Andere betreiben etwa ein Relais oder haben Mitglieder, die DXpeditionen veranstalten – das sind Reisen in ferne Länder zum Funken von dort.